Freitag, 9. November 2012
Am 4. November hatte ich die Gelegenheit, an der Großen Nacht der Lichter teilzunehmen. Hier ist der Link zur Beschreibung.
Es war eine so tolle Erfahrung, mit so vielen Menschen zu singen in verschiedenen Sprachen, zu beten, zu schweigen, das Kreuz zu verehren und das Ganze in einer Kirche ohne Bänke, in der wir auf dem Boden saßen und die Atmosphäre der vielen schönen Beleuchtungen durch Kerzen zu genießen. Das Highlight war, dass jeder eine Kerze hatte und das Licht von vorne nach hinten weitergegeben wurde. Sehr interessant, wie schnell so etwas geht, dass jeder mit dem Licht versorgt ist. Einmalig.
Es ist wirklich sehr besonders und schwierig zu beschreiben. Jedes Jahr findet diese Nacht der Lichter einmal statt. Es lohnt sich, dabei zu sein.
Sonntag, 3. Juli 2011
Viele Personen haben dazu beigetragen, dass unsere kirchliche Trauung ein gelungener Tag wird.
Es war eine spannende, aber auch stressige Zeit der Vorbereitung. Nachdem der Termin gefunden war stand die Entscheidung an, in welcher Kirche geheiratet wird. Unser Plan war, dass wir zum Zeitpunkt der Trauung bereits umgezogen sind. Also sollte es zunächst die Kirche am neuen Wohnort sein: St. Andreas in Schlebusch. Auf den Hinweis unseres Organisten haben wir uns dann doch für die Kirche St. Franziskus in Steinbüchel entschieden, weil sie architektonisch sehr schön ist und weil sie kleiner ist. Dann fühlen sich 100 Gäste darin nicht ganz so verloren. Dann ging es so weiter: Lieder ausgesucht, Fürbitten geschrieben, Lektoren gesucht, Anzug und Hochzeitskleid ausgesucht, verschiedene Locations besichtigt inkl. Test-Essen, nahe gelegenes Hotel gebucht, DJ und Fotograph sowie Videograph gebucht, an zwei Ehevorbereitungskursen teilgenommen, Gespräche mit dem Pfarrer und dem Küster geführt, Einladungen geschrieben und verschickt, Liederhefte drucken lassen (die Erstellung hat uns unser lieber Organist abgenommen), die Sängerin hat auch der Organist fest gemacht (das hatte den Vorteil, dass die beiden unkompliziert zusammen proben konnten), Blumen bestellt, Hochzeitsauto gebucht, Ringe nochmal aufpolieren und gravieren lassen, usw. Ich könnte die Liste endlos verlängern – mir fällt schon gar nicht mehr alles ein, was wir so „nebenbei“ erledigt haben. Und dann kam die letzte Woche, die Nervosität stieg – zumindest bei mir. Patrick war „völlig tiefenentspannt“.
Pfingstmontag hat sich mein Auto verabschiedet, als wir auf dem Weg zum Restaurant waren, um die letzten Details zu besprechen. Öl im Kühlwasser führte dazu, dass es abgeschleppt werden musste. Meine Reaktion: „Na ja – irgendwas muss ja schief gehen. Solange es nichts mit der Hochzeit zu tun hat, geht´s ja noch.“ Ab Dienstag wurde es im Büro nochmal richtig stressig, sodass für die letzten Vorbereitungen nur der späte Abend in Betracht kam. Doch das Adrenalin aufgrund des bevorstehenden positiven Ereignisses machte Schlafen irgendwie überflüssig. Dienstag letztes Treffen mit dem Organisten und der Sängerin (so war es geplant). Wir trafen den Organisten allein in der Kirche an: oh nein – die Sängerin hat Fieber und ist erkältet. Das hat uns gerade noch gefehlt. Wie gut, dass es bis Samstag noch ein paar Tage sind, in denen sie wieder gesund werden kann. Mittwoch war dann letzter Anprobetermin des Kleides: „Wie schön – alles perfekt! Ich fühl mich soooo gut. Warum dauert es noch so lange bis Samstag?“. Meine Schwester und Trauzeugin hatte sich ab Mittwoch bei uns eingenistet. Donnerstag: Endlich Urlaub! Neben den letzten Vorbereitungen stand der Küchenaufbau in der neuen Wohnung an. Eine Sache allein vorzubereiten ist doch viel zu langweilig. ? Der Tag verging wie im Flug: letzte Sachen einkaufen, alles nochmal durchsprechen, Absagen entgegen nehmen (es haben tatsächlich noch einige Leute 2 Tage vorher abgesagt – unglaublich, aber wahr). Abends dann noch ein letztes Treffen im Restaurant mit dem DJ, um den optimalen Ort festzulegen. Die Wetteraussichten waren alles andere als gut. Also musste der DJ drin stehen und nicht wie ursprünglich geplant auf der Terrasse. Aber auch dafür haben wir eine perfekte Lösung gefunden nach einer Stunde Diskussion. Jeder hat seine Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen – da ist es nicht so leicht, einen Kompromiss zu finden. Aber auch das hat dann irgendwann geklappt. Uiuiui – dann der letzte Tag vor der Hochzeit: wieder die Wohnung aufschließen für die Küchenbauer und den Hausmeister, der die Lampen in der neuen Wohnung anbringt. Anschließend Termin zur Fingernagelmodellage und Schminkberatung bei der Kosmetikerin, Brautkleid abholen und ins Hotelzimmer bringen (nein, der Bräutigam darf es doch vorher auf keinen Fall sehen!), Sitzplatzordnung festlegen, nochmal ins Restaurant, um die allerletzten Details abzusprechen, Telefonat mit dem Fotographen, vom Blumenhändler nochmal alles bestätigen lassen, damit alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt. Und dann war endlich Ruhe eingekehrt, zumindest bei uns. Wir haben uns am Abend mit meiner Schwester und ihrer Freundin im Havana getroffen, um den Abend bei einem leckeren Cocktail ausklingen zu lassen. Meine Schwester hatte noch keine Ruhe: sie führte Telefonate über Dinge, von denen wir nichts wissen durften. ;-) Abends fielen wir total übermüdet ins Bett und die Nacht war viel zu kurz. Um 6:30 Uhr ging der Wecker.
Und dann war er da – DER GROSSE TAG. 7:45 Uhr: Termin in der Kirche, um die Ringe, die Kerze und die Liederhefte abzugeben. Der Blumenhändler hat den Blumenschmuck angebracht. Es sah toll aus! Im Übrigen: es regnete in Strömen. Was für ein Wetter – so hab ich mir das aber nicht vorgestellt. ? Ach, egal – wird schon klappen. Mein Gedanke: „wenn es morgens regnet, ist es nachmittags trocken.“ Es sah aber gar nicht danach aus, dass es auch nur irgendwann aufhörte. Auf zum Friseur! In der Zwischenzeit rief meine Schwester schon an, weil ich mich um 10 Minuten verspätet hatte. „Mensch, mach doch nicht so’n Stress – die Hochzeit ist doch erst um 14 Uhr.“ Als wir beim Friseur waren, fing es noch extremer an zu regnen. Die Tür flog auf vom Sturm. „Oh je – wie sollen wir hier mit der Frisur nur heile rauskommen und wie soll die Frisur den ganzen Tag halten?“. Aber – als wir den Friseursalon verließen, hatte es aufgehört zu regnen und es schien sogar ein bisschen die Sonne. Welch ein Glück. Wir kamen auch trocken bei der Kosmetikerin an. So viel Glück. . . Geschminkt und gestylt machten wir uns auf ins Hotel. Dort wartete schon meine Cousine, die mir in geballter Zweisamkeit mit meiner Schwester ins Kleid helfen wollte. Aber es war doch noch viel zu früh. Also bezog ich schon mal unser Zimmer. Glücklicherweise war es schon bezugsbereit. Wow – so groß und schön! Kurze Zeit später wurde die Flasche Sekt geliefert zum Anstoßen. Oh – jetzt wird es aber Zeit. Kleid anziehen. Der Anruf von der Rezeption kommt, dass der Fotograph da ist. Jetzt schnell ins Kleid hüpfen. Meine Mutter war auch angekommen in der Zwischenzeit. Sie hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Schleier festzustecken. Alles schön fotografieren. Patrick hat ja von dem ganzen Vormittag nichts mitbekommen – dann soll er nachher schön die Bilder sehen können. Dann musste der Fotograph wieder weg, um Patrick die Wartezeit zu verkürzen und ihn in seiner Ungeduld auch noch festzuhalten. Das Auto wartete schon auf uns – schön geschmückt und die Blumensträuße lagen auch schon drin für meine Schwester, meine Cousine und mich! Oh – war das ein Akt, ins Auto zu klettern mit dem Kleid. Der Fahrer kannte die Problematik aber schon und hatte gute Tipps auf Lager. Sobald wir im Auto waren, fing es in Strömen an zu regnen. Aber wirklich sehr extrem! Wie sollte ich nur trocken in die Kirche kommen? Es hörte echt nicht auf. . . bis dass wir vor der Kirche geparkt haben. Dann hörte es wie von Geisterhand auf zu regnen und ich kam trocken in die Kirche. Das war echt schon ein Wunder. Überwältigend – so viele Leute in der Kirche. Auf einen Blick konnte ich gar nicht erkennen, wer alles da war. Es waren sehr viele! Und vorne stand Patrick! Komisch, aber ich kann mich gar nicht mehr richtig erinnern, wie ich da reinging – lief wie im Film an mir vorüber. Angekommen. . . Der Gottesdienst war wunderschön. Der Pfarrer fand genau die richtigen Worte, unsere Familienmitglieder, die die Texte gelesen haben, haben sich wirklich Mühe gegeben und die Sängerin im Zusammenspiel mit dem Organisten war wirklich klasse! Ein sehr gelungener Gottesdienst – so, wie ich ihn mir vorgestellt habe und noch viel schöner.
Hier findet Ihr das Liederheft, so wie es der Organist für uns vorbereitet hatte. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Als wir dann aus der Kirche herausgingen, war es sonnig, warm und sogar der Boden war trocken. Die erste Aufgabe als kirchlich getrautes Ehepaar mussten wir bewältigen. Ein Herz aus einem Stück Stoff ausschneiden. Hehe – ich war schneller! Es waren sogar einige Überraschungsgäste in der Kirche, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Meine Freundin aus Köln war in der Kirche – sie war gerade in der Nähe. Hab mich sehr gefreut! Mein Großonkel aus Münster, den ich zwar nicht kannte, aber er mich, hat uns Glück gewünscht und war dabei, weil er ab und zu bei seiner Partnerin in Leverkusen ist. Dann die lange Schlange der Gratulanten, bevor wir dann in Kolonne und mit Hupkonzert zum Restaurant fuhren. Begrüßt mit Sektempfang gab es anschließend Hochzeitstorte! Hmmm – sehr lecker. Es zog sich sehr lange hin, bis alle ein Stück hatten. Glücklicherweise hatten wir professionelle Unterstützung beim Anschneiden – sonst wären wir bis zum Abendessen noch nicht fertig gewesen. Der Nachmittag lief sehr locker ab – alle unterhielten sich nett bei Kaffee und Kuchen. Es regnete draußen. Wann sollten wir nur die Bilder machen? Wir unterhielten uns auch sehr gut und hatten gar keine Lust auf Fotos machen. ? Die ersten Gäste, die sich nur zum Kaffeetrinken angekündigt hatten, gingen schon wieder. Nun wurde es aber Zeit, dass wir Fotos machten. Es war sonnig und trocken – also nix wie los. Schließlich war es schon 18:30 Uhr. Wie die Zeit vergeht. . . Als wir wiederkamen, kleiner Schock: ich hatte meiner Freundin, die unsere Katzen füttern wollte, den falschen Schlüssel gegeben. Schlecht, wenn man Schlüssel von zwei Wohnungen in der Tasche hat. Meine Schwester und meine Cousine mit ihrem Mann haben das Problem gelöst und haben das Füttern übernommen. Danke schön dafür! Der DJ hat in der Zwischenzeit ein Spiel moderiert (Liederraten Frauen gegen Männer), um die Gäste bei Laune zu halten. Als wir zurückkamen, wurden wir dann auf die Probe gestellt. Beim Übereinstimmungsspiel wurde getestet, wie gut wir uns kennen. 7 von 10 Übereinstimmungen sind schon ok, aber ausbaufähig. Bevor wir nun das Buffet eröffneten, hab ich Patrick noch an die Hochzeitsvorbereitungen erinnert. Wir waren einkaufen und ihm fiel eine Karte ins Auge, auf der ein Brautpaar abgebildet war: die Frau mit lachendem Gesicht und der Mann mit traurigem Gesicht. Darüber stand: „Game over“. Ich habe die Karte gekauft und ihm dazu einen Kindheitstraum erfüllt, dass er mal ganz offiziell und mit Erlaubnis „Baggern“ darf. Das Essen war klasse und zog sich ziemlich lange hin, bevor wir dann den Tanz eröffneten zu „You light up my life“. Also ich muss ehrlich sagen, dass es bei den vorherigen Tanzstunden besser lief. Ist was Anderes mit so einem umfangreichen Kleid und vor so vielen Zuschauern. Aber wir haben es überlebt und es war toll. Nach weiteren Unterhaltungen, vielen Tänzen und einer Menge Spaß wurde dann um 24 Uhr der Brautstrauß geworfen. Ich habe den echten Brautstrauß geworfen, nicht einen zweiten, wie es manche machen. Wir wollten sowieso zwei Tage später umziehen. Da kann man Blumensträuße nicht so gut gebrauchen. Und wer hat ihn gefangen? Meine Schwester! Hab mich für sie gefreut. Und falls Ihr jetzt fragt: Nein, ich wusste nicht in welcher Richtung sie steht, denn einen Brautstrauß wirft man bekanntlich rückwärts. Ich bin gespannt, ob sie wirklich die nächste ist, die heiratet? Anschließend musste Patrick das Strumpfband mit den Zähnen von meinem Bein abziehen. Den Brauch kannte ich auch noch nicht. Er hat das Strumpfband dann an alle unverheirateten Männer geworfen. Gefangen hat es unser Freund Olli. Der nächste Tanz stand also fest – meine Schwester mit Olli. Interessant! Dass Olli demnächst heiratet wissen wir ja schon. Aber ist er wirklich der Nächste oder drängt sich noch jemand vor? Die Stimmung war klasse – der Service super – es ließ nichts zu wünschen übrig. Es gab sogar eine Polonäse durch das gesamte Restaurant. Patrick vorne, dazwischen alle Gäste und ich hinten. Er musste mich dann fangen. Sehr lustig. Bis 3 Uhr getanzt – das waren mehr als 12 Stunden reine Feier – dann sind wir (der harte Kern: meine Schwester, ihre Freundin, meine Kollegin, ihr Mann, Patrick und ich) ins Hotel gegangen. Es war wunderschön. Das letzte Lied war „Ne Mann, ich will noch nicht, ich will noch nen bisschen tanzen“. Das traf auch voll und ganz auf die beiden Andrea´s zu. Aber wir waren müde und glücklich über den sehr gelungenen Tag.
Danke an alle, die dazu beigetragen haben:
- Pfarrer Kern aus St. Franziskus Steinbüchel
- Der Küster aus St. Franziskus Steinbüchel
- Die Messdiener
- Unser Organist
- Die Sängerin
- Trauringladen Hubert Kierdorf
- Brautatelier Lilienthal
- Maßschneiderei Kuhn in Düsseldorf
- Mercy vom Friseursalon Brenscheid in Leverkusen
- Blumenvitrine Gierling in Leverkusen
- Tanja Wieczorek von Ringkissen Grazil
- DJ Diddi
- Fotograph Matthias Dollt
- Videograph Daniel Schneider
- Bäckerei Willecke
- Die Inhaber und das Servicepersonal vom „Haus am Park“
- Das Personal vom Lindner Hotel
- Unsere Eltern und Trauzeugen und alle Verwandten
- Alle, die uns mit Glückwünschen , Geschenken und ihrer Anwesenheit viel Freude bereitet haben
Wir können gar nicht oft genug danke sagen. Dieser Tag bleibt uns auf jeden Fall in Erinnerung - dank Euch!
Freitag, 22. April 2011
Heute ist Karfreitag, der Gedanktag an Jesu Kreuzigung. Deshalb werden heute in vielen Gemeinden Kreuzwege gegangen. Oft sind die Kreuzwegstationen an einem Berg. An jeder Station wird kurz Halt gemacht und der jeweiligen Situation gedacht.
Besonders schön ist der Kreuzweg in Arnsberg, wie ich finde.
Die Osterzeit beginnt mit Aschermittwoch - ab dem Tag sind es 40 Tage bis Gründonnerstag. Hier könnt Ihr mehr zur Fastenzeit lesen. Am Gründonnerstag fand das letzte Abendmahl stand am Vorabend seiner Kreuzigung. Das feiern wir in den katholischen Kirchen jedes Jahr Gründonnerstag. Nach dem Gloria-Lied im Gründonnerstags-Gottesdienst läuten keine Glocken mehr und die Schellen im Gottesdienst werden durch Kläppern ersetzt. Ab dieser Abendmahlsfeier bis zur Osternachtsfeier findet keine Eucharistiefeier mehr statt. Jesus hat uns aufgetragen, dieses Abendmahl als ein Andenken an ihn zu feiern. Dieses Gedenken feiern wir in jedem Gottesdienst - bei der Gabenbereitung und der Wandlung von Brot in Jesu Leib und von Wein in Jesu Blut mit den Worten "Tut dies zu meinem Gedächtnis".
Wir sind als Kinder in unserer damaligen Gemeinde immer von Karfreitag morgens um 7 Uhr bis Karsamstag mittags immer mit unseren Kläppern durch die Straßen gegangen und zwar zu den Zeiten, zu denen sonst die Glocken läuten: 7 Uhr morgens, 12 Uhr mittags, 19 Uhr abends (jeweils zum Gebet "Engel des Herrn") und zusätzlich vor den Kreuzwegandachten, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, weil die Glocken eben nicht läuten.
Am Karfreitag möglichst zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr findet die Karfreitagsliturgie statt. Ein besonderer Moment ist die Kreuzverehrung. Zunächst legen sich Pfarrer und Messdiener vor dem Altar auf den Boden oder auf die Stufen als Zeichen der Anbetung. Anschließend nach der Kreuzenthüllung macht jeder Gottesdienstbesucher eine Kniebeuge vor dem Kreuz als Zeichen der Anbetung und Verehrung. Die Liturgiefeier besteht aus dem Wortgottesdienst mit der Lesung der Passion und den Großen Fürbitten, der Kreuzverehrung und der Kommunionfeier (ohne Wandlung).
Das Hochfest zu Ostern ist dann die Auferstehungsfeier, die Osternachtsfeier: sehr feierlich wird hier das Feuer gesegnet und die Osterkerze entzündet, die Gemeinde erneuert das Taufversprechen, manchmal finden in der Osternacht auch Taufen statt, beim Gloria läuten die Glocken wieder. Alles sehr festlich, feierlich und der Neubeginn, auf den wir doch alle warten: die Auferstehung nach dem Tod!
Ich wünsche Euch besinnliche Tage und Gottes Segen für die Zeit.
Donnerstag, 21. April 2011
Der Kletterkurs hat mein Leben verändert - es ist Wahnsinn, was er für Nachwirkungen hat.
Dinge, die mir vorher schwierig vorkamen, gehen nun leichter von der Hand. Ich halte mir immer vor Augen, dass ich diese Herausforderung geschafft habe: 12 Meter hoch zu klettern, oben auf einem Seil zu gehen und sogar zwei Schritte zu gehen ohne festzuhalten, bis der Halt wieder da ist. Und dann das Gefühl, wenn man es geschafft hat - das Unmögliche, Unvorstellbare, das man sich vorher nicht hätte denken können. Was ist dagegen schwieriger? In meinen Augen gibt es wenig, was schwieriger ist. Ich denke mir dann oft: "Wenn ich das geschafft habe, dann schaffe ich dieses auch."
Ein Beispiel: Ich war sehr lange nicht mehr joggen. Es war mir immer zu anstrengend, zu langweilig und ich habe keine Erfolge erlebt. Ich hatte eine 3 km lange Strecke, die ich aber noch nie am Stück durchgejoggt bin, sondern immer zwischendurch gehen musste, weil es mir zu anstrengend war. Vielleicht fehlte mir die Motivation, der Spaß daran, oder was auch immer. Nun war ich kurz nach dem Kletterkurs joggen und ich habe sofort beim ersten Mal diese 3 km am Stück geschafft, durchzujoggen. Wie habe ich das gemacht und wieso habe ich es geschafft trotz so langer Pause? Ich habe an mich geglaubt und positiv gedacht. Ich habe die positiven Dinge daran gesehen, z. B. der schöne Himmel, die Sonne, das Zwitschern der Vögel, usw. Ich habe mir gesagt: Wenn ich es in 12 Metern Höhe schaffe, über ein Seil zu gehen, dann schaffe ich die 3 km durchzujoggen auch. Ich habe mir die Strecke vorgestellt und habe Etappen anhand des Seiles beim Klettern festgelegt. Das erste Drittel meiner Joggingstrecke entsprach dem Hochklettern am Mast. Das zweite Drittel der Strecke ist das Balancieren bis zur Hälfte des Seiles. Und das Ziel der Joggingstrecke ist zu vergleichen mit dem Teil auf dem Seil, als ich das Halteseil loslassen musste, um zwei Schritte freihändig zu gehen, bis ich wieder Halt hatte. Und auf diese Art und Weise, allein mit Kraft meiner Gedanken und diesen Vergleichen habe ich es geschafft! Das macht mich stolz - und ich merke, dass ich so alles Schwierige überstehen kann.
Wenn es schwierig wird, denke ich an die Situation oben auf dem Seil und dass ich es trotz meiner Unsicherheit geschafft habe. Mein Partner und auch andere Personen standen hinter mir, haben mich gehalten und den Mut bzw. die Kraft habe ich von Gott bekommen! Auf diese Art und Weise kann ich vieles schaffen: mit einem Partner, der hinter mir steht, mir Halt gibt, mit Gott, der mir die Kraft gibt und mit meinem eigenen Selbstvertrauen!
Wunderschöne Nachwirkungen von diesem einen Tag, der mich selbst und meine Art, Dinge wahrzunehmen und anzugehen wirklich verändert hat!
Montag, 11. April 2011
All das habe ich an nur einem Tag gelernt!
Wofür so ein Ehevorbereitungskurs der besonderen Art alles gut ist. :-) Schon vor einiger Zeit haben wir einen Prospekt entdeckt, in dem Ehevorbereitungskurse angeboten werden. Einer davon hieß "Aktiv-Klettertag" für Paare vor der Hochzeit. Da haben wir uns angemeldet - es hörte sich interessant an und klingt nach etwas anderem. Einerseits habe ich mich darauf gefreut, andererseits war ich auch skeptisch.
Da ich auf hohe, um sich selbst drehende und über Kopf drehende Karussels stehe, hab ich gedacht, dass das auch nicht viel schlimmer sein kann in so einem Hochseilgarten. Da ich eher zu der Art Mensch zähle, die nicht gerne die Kontrolle aus der Hand geben, war mir jedoch klar, dass mir gerade das "sich fallen lassen" nicht besonders leicht fallen wird.
Aber ich fange mal vorne an: Begrüßt wurden wir sehr freundlich mit Kaffee und Keksen und einer kurzen Vorstellungsrunde der besonderen Art: ein gedachter Zeitstrahl von einem Jahr, auf dem wir uns nach Hochzeitsdatum, Dauer der Beziehung und nach prozentualem bereits erledigtem Anteil der Hochzeitsvorbereitung aufstellten. Interessant war, dass nicht alle Paare sich einige waren - wir im Übrigen auch nicht. Daran sieht man, dass ich eher die perfektionistische sowie auch die vorsichtigere von uns beiden bin. Meine Einschätzung lag zwischen 55 und 60 % - Patrick´s deutlich höher. Anschließend stellten wir uns noch von Norden nach Süden auf, welche Paare woher kommen. Dann wurden verschiedene Postkarten auf dem Boden ausgelegt, von denen jeder eine Karte gezogen hat und kurz beschrieben hat, was das Bild mit der Beziehung zu tun hat. Meine Karte zeigte zwei Sonnenstühle, die in eine Richtung stehen, also nicht gegenüber. Das passt deshalb zu uns, weil wir gemeinsam in die gleiche Richtung schauen. Patrick´s Karte zeigte zwei gleiche Tassen mit unterschiedlichen Löffeln. Die Tassen zeigten die Gemeinsamkeiten und die Löffel unsere Unterschiede.
Anschließend nach ein paar Sicherheitshinweisen und ein paar Trockenübungen, die auf einem Balken am Boden stattfanden ging es an´s Eingemachte. Wir mussten uns - ohne den Balken zu verlassen - in der Reihenfolge unserer Schuhgrößen und anschließend nach dem Anfangsbuchstaben des Vornamens unserer Schwiegermutter aufstellen. Und dann ging´s los: in 12 Meter Höhe über ein Drahtseil balancieren - gesichert vom eigenen Partner und 2 Backup-Personen. Zur Hilfe hatte man nur einige herunterhängende Seile, die man ein paar Schritte mitziehen konnte, bevor es dann zum nächsten Seil ging. Das letzte Seil war jedoch weiter entfernt - man musste das eine Seil loslassen, bevor man das nächste greifen konnte. Loslassen - ein schönes Stichwort! Es fällt nicht leicht, aber es geht. Beim ersten Versuch habe ich gerade mal zwei Schritte gemacht, bevor ich wieder herunterwollte. Doch die Gruppe hat mich motiviert - mitgezogen. Alle sind weiter gegangen! Also habe ich es noch einmal probiert und ich habe es geschafft, loszulassen und freihändig zu gehen. Ein wirklich geniales Erlebnis! Ich hätte heulen können, wenn es nicht so aufregend gewesen wäre. Ich war stolz!
Nach dem Mittagessen ging es dann zum Team-Beam, einer Station für 2 Personen, die sich nur gegenseitig halten konnten, um weiterzuschauen. Es war deshalb so schwierig, weil man den Blick nach unten richtete und unter einem nur Luft war. Man ging dann in einer halbwegs waagerechten Haltung als Paar Schritt für Schritt über den Balken. Ich habe es zwar geschafft, das Seil ganz loszulassen und mich nur an Patrick festzuhalten, aber einen Schritt in Richtung weg von dem sicheren Halteseil zu gehen, war zu viel für mich. Obwohl ich wusste, dass garantiert nichts passieren kann, habe ich es mir nicht zugetraut, weiterzugehen - die Angst zu fallen ist zu groß.
Dann wartete noch das Highlight auf uns - der Pamper Pole! Steil einen Baumstamm hochklettern, oben freihändig ohne Halteseil auf die pizzatellergroße Fläche klettern, sich langsam herumdrehen und wie beim Free Fall herunterspringen. Natürlich wurde man auch hier von einem Sicherungsteam gehalten, jedoch durfte man vorher ein paar Meter freien Fall erleben. Ich bin immerhin bis ganz oben geklettert, habe mich dann nur nicht darauf gestellt. Ich muss mir ja auch noch etwas offen lassen für nächstes Mal! :-)
Zwischendurch haben wir von dem Leiterteam immer Feedback bekommen mit Anregungen zum Nachdenken, was das Vertrauen, das Selbstvertrauen und auch das Verlassen der eigenen Komfortzone betrifft. Ein Anstoß für mich war, dass ich erleben durfte, dass mich niemand kritisiert, nur weil ich den Weg nicht bis zum Ende gehe, sondern sage, wo meine persönliche Grenze ist. Daran konnte ich erkennen, dass die Selbstwahrnehmung völlig von der Fremdwahrnehmung abweicht. Manche sagten sogar, dass es mutig ist, zuzugeben, dass das jetzt zu viel ist. Von der Perspektive habe ich das noch nie betrachtet.
Und zum Schluss bevor wir wieder unsere eigenen Wege gingen, bekamen wir noch ein paar Bohnen mit auf den Weg, nachdem uns diese Geschichte vorgelesen wurde von den Bohnen des Glücks.
Also - es war ein toller Tag im Hochseilgarten Iserlohn bei strahlendem Sonnenschein, viel Spaß, mit netten Leuten und neuen Erkenntnissen. Organisisert wurde das Ganze vom Referat für Ehe und Familie des Erzbistums Köln. Danke besonders an Astrid, Alex und Martin.
Samstag, 12. März 2011
Kennt jemand von Euch den Hintergrund von Aschermittwoch? Woher kommt der Name? Welchen Brauch gibt es?
Ich habe am Aschermittwoch morgens auf dem Weg zur Arbeit Radio gehört. Und da war die Rede von "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" und "Der politische Schlagabtausch am Aschermittwoch". Diese Worte hörte man immer wieder und ständig wurde darüber berichtet, wie die Parteien diesen Tag verbringen, wieviel Liter Alkohol über den Tisch gehen, usw. Es gab Zusammenfassungen der schönsten Lieder, Momente, Reden von den Karnevalstage.
Aber fehlt da nicht irgendwas? Der Aschermittwoch ist doch kirchlich geprägt. Als Beginn der Fastenzeit, 40 Tage bis Ostern, in Gedenken an Jesus Christus und auch daran, dass der Mensch vom Staub ist und zum Staub zurückkehren wird. Das ist doch der Hintergrund. Warum spricht darüber niemand? Ich finde, dass dieser Tag es verdient hat, wenigstens einen kurzen Hinweis dazu zu geben, wo der Name Aschermittwoch herkommt und was es damit auf sich hat. Aber nicht ein Wort fiel darüber im Radio Leverkusen oder Radio Essen.
Da die Moderatoren im Radio immer darauf hinweisen "Schicken Sie mir eine Studiomail", habe ich genau das auch getan. Ich habe meine Meinung zusammengefasst und dorthin geschickt als Studiomail an Radio Leverkusen. Am nächsten Tag bekam ich eine Antwort von der Redationssekretärin, die mir mitteilte, dass zu unterschiedlichen Tageszeiten verschiedene Berichte gesendet werden und dass am Wochenende kirchliche Sendungen im Programm sind. Deshalb beschränken sie sich in der Woche - und jetzt zitiere ich wörtlich - "auf allgemeine Themen". Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich lachend am Boden liegen. Aha - Politik, literweise Alkohol und Partys bei den Parteien, die schönsten Karnevalslieder und überalkoholisierte Jugendliche im Krankenhaus sind also allgemeine Themen, die sich für einen Aschermittwoch geradezu anbieten? Lassen wir das mal so dahin gestellt.
Aber an anderen Tagen, z. B. vor Weihnachten, vor Ostern, hört man dann im Radio Interviews von Radiomoderatoren an ganz "normale" Leute auf der Straße, in der Fußgängerzone oder in Geschäften mit der Frage: Was bedeutet Weihnachten denn eigentlich? Oder was ist denn der Hintergrund von Ostern? Dann kommen so lustige und total dämliche Antworten wie "Geschenke", "Frühjahrsspaziergang", "endlich mal wieder langes Wochenende", "Plätzchen backen", "Verwandte besuchen", "gutes Essen", "ausschlafen". . . Und die Moderatoren lassen dann lustige Kommentare fallen, dass die Leute ja die Hintergründe gar nicht mehr kennen und dass das ja peinlich ist.
Ja, das sehe ich auch so. Und woher kommt das? Die Medien tragen da alle Jahre wieder ihren Teil zu bei. Sie könnten doch jeden Feiertag (und viele Feiertage, an denen die Leute frei haben sind der Kirche zu verdanken) einen Bericht darüber senden, was der Hintergrund und Sinn dieses Feiertages ist, was dazu in der Bibel überliefert wird und wie die Leute dieses Fest früher gefeiert haben. Dann könnten sie sich diese peinlichen Interviews sparen.
Ach ne, das geht ja nicht - würde sicher dann die Einschaltquoten nicht höher treiben, wenn nicht mehr die Leute durch den Kakao gezogen werden, die über den Feiertag nichts wissen. Und dann haben die Hörer und Zuschauer ja nichts mehr zu lachen, die es wahrscheinlich selbst nicht besser wissen. Aber es ist ja immer einfacher, über andere zu lachen, als über sich selbst nachzudenken.
Radio Leverkusen ist jetzt jedenfalls nach dieser Antwort in meinem Ansehen gesunken und ich höre öfter mal andere Radiosender. Die berichten wahrscheinlich auch nicht unbedingt über kirchliche Feiertage, aber sie haben mir bis jetzt nicht eine solche offen gesprochen dumme Antwort gegeben.
Um das Ganze noch abzurunden: ich habe die Antwort natürlich nicht auf mir sitzen lassen und habe ihnen genau meine Bedenken mitgeteilt, dass sie ja einen Teil dazu beitragen können, dass die Leute besser über den Hintergrund der kirchlichen Feiertage Bescheid wissen. Ich bekam eine erneute Antwort, in der sich für meinen Vorschlag bedankt wurde und dass dieser geprüft wird. Na da bin ich ja mal gespannt, wie sich der nächste kirchliche Feiertag im Radio anhört: Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, da kommen ja demnächst noch einige. Und ob dann mal ein kleiner Hinweis kommt neben "Ausschlafen", "Eis essen", "spazieren gehen", "endlich frei", usw. lässt sich abwarten. Wenn ich Feedback bekomme zur Prüfung meines Vorschlags, dann berichte ich natürlich darüber.
Wer Interesse hat und sich tatsächlich informieren möchte, was Aschermittwoch bedeutet und welchen Hintergrund dieser Tag hat, klickt hier.
Donnerstag, 10. März 2011
Gestern hat die Fastenzeit begonnen, mit dem Fast- und Abstinenztag Aschermittwoch. Zufällig habe ich im Fernsehen gestern mitbekommen, dass die katholische Kirche ein SMS-Fasten anbietet, was bedeutet, dass man täglich eine SMS auf´s Handy geschickt bekommt - bis Ostersonntag. Darin enthalten ist ein Bibelvers oder ein kleiner Auszug aus dem Tagesevangelium. Diese SMS regen zum Nachdenken an, bieten eine kleine Auszeit aus dem Alltag. Sie werden zu einer beliebigen Tageszeit verschickt. Man kann sich auch jetzt noch registrieren, und zwar hier. Gegen eine Spende von 4 Euro ist man dabei. Ich finde, dass es sich lohnt. Der heutige Vers war schon sehr schön.
Ich wünsche Euch allen eine schöne und besinnliche Fastenzeit.
Dienstag, 1. März 2011
Bitte zeichnet diese Petition bis zum 9. März mit - einfach hier klicken, registrieren, Link in der E-Mail bestätigen und die Petition mitzeichnen.
Hintergrund:
Matijas Derek, ein Arbeitskollege von mir im weiteren Sinne, ist an ALS, einer seltenen Nervenkrankheit, erkrankt. Ich kenne ihn persönlich, habe vor einigen Jahren mit ihm zusammen gearbeitet. Er steht mitten im Leben, ist 36 Jahre jung, hat eine Ehefrau und zwei kleine Kinder. Trotz der Krankheit hat er eine unglaubliche Kraft und lässt keine Möglichkeit aus, zu kämpfen. Er hat sich öffentlich geäußert im Fernsehen, in unserer Unternehmenszeitschrift, es gab Benefiz-Turniere und Sammelaktionen. Und warum macht er das alles? Er möchte bewirken, dass Gelder investiert werden, um Forschung zu betreiben. Er bittet Kolleginnen und Kollegen, Freunde, Bekannte und deren Bekannte um Hilfe.
Hier findet Ihr zwei Links zu Aufzeichnungen von Fernsehsendungen, in denen er aufgetreten ist:
- RTL West zu Gast bei Familie Derek
- WDR Aktuelle Stunde
Ich finde es erschreckend und bin gleichzeitig stolz, wie er selbst, seine Familie, seine Kolleginnen und Kollegen und das Unternehmen selbst damit umgeht. Es ist traurig, wie ein so lebensfroher und aktiver Mensch auf einmal passiv erleben muss, wie die Sprache und das Leben generell immer schwieriger wird.
ALS-Patienten haben eine Lebenserwartung von 3 - 5 Jahren. Nicht selten trifft es sportliche und ernährungsbewusste Menschen - eine Erklärung dafür gibt es nicht und leider auch keine Heilung. Unter diesem Link könnt Ihr Euch näher über die Krankheit informieren.
Diese Petition benötigt möglichst viele Mitzeichnungen bis zum 9. März. Ziel ist, dass Forschungsgelder bereit gestellt werden, um ein Medikament zu entwickeln, dass die Krankheit aufhält oder sogar heilen kann.
Es ist so einfach für jeden von uns, dauert ein paar Minuten und kann Leben retten! Ich setze auf Eure Hilfe - vielen Dank schon jetzt an Euch alle. auch im Namen von Matijas und seiner Familie.
Samstag, 1. Januar 2011
Herr, setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen, aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen ihr letztes Wort und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen. Aber bitte nicht sofort.
Freitag, 24. Dezember 2010
Ich wünsche Euch und Ihnen allen, die meinen Blog regelmäßig lesen oder sporadisch vorbeischauen, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Schöne Momente im Kreise von lieben Menschen und schöne Überraschungen sollen Euch die Tage versüßen.
Ich denke an diesen Festtagen besonders an die Menschen, die einsam sind, hilfebedürftig sind oder die keinen Grund zur Freude haben, weil sie krank, unglücklich, verlassen oder verunglückt sind. Auch denke ich an allen, die auf Autobahnen, in Zügen oder an Flughäfen fest sitzen, weil sie die Menschen, die ihnen wichtig sind, besuchen wollen. Mögen sie schnell ans Ziel kommen und auch vor Ort nette Menschen haben, die sie aufmuntern und ihnen Mut zu sprechen. Auch denke ich an diejenigen, die dafür sorgen, dass andere ein schönes Fest haben: die Verkäufer/-innen im Supermarkt und in den Geschäften, die heute den Ansturm erleben mussten, die Bus-, U-Bahn- und Zugführer und die Piloten, die all die Reisenden sicher ans Ziel bringen, den Post- und Paketboten, die für die pünktliche Weihnachtspost und -geschenke gesorgt haben, für die Radiomoderatorinnen und -moderatoren, die für uns die beste Musik zum Fest spielen und mit netten Kommentaren und aktuellen News einen Beitrag zum gelungenen Fest leisten, die Pfarrer, die die Weihnachtsgottesdienste gestalten und uns das Wort Gottes verkünden und nicht zuletzt an alle Pflegekräfte und Ärzte, die über die Feiertage sich um unsere kranken, alten und verletzten Menschen kümmern, damit diese schnell wieder gesund werden und gut versorgt sind. Die Hausmeister, Straßenreinigungskräfte und Führer von Streufahrzeugen, die für freie Straßen und Bürgersteige sorgen. Und ich denke an all diejenigen, die ich nicht speziell erwähnt habe, die ein Gedenken verdient haben. Gott segne sie und Euch alle.
Ich sende hiermit auch einen Weihnachtsgruß an alle Familienmitglieder und Freunde, die ich über die Festtage nicht sehe. Wer weiß, ob das Wetter es überhaupt zulässt, dass ich die geplantein Weihnachtsbesuche machen kann? Das bleibt in diesem Jahr eine spontane Entscheidung.
Zum guten Schluss findet Ihr hier noch einen Link zur Weihnachtsgeschichte. Meiner Meinung nach wird das Weihnachtsfest viel zu sehr vom Geschenketrubel und vom Weihnachtsessen überflutet, sodass viele den wahren Hintergrund nicht mehr kennen oder bedenken. Ein paar Minuten Gedenken schaden nicht und sind wichtig und sinnvoll.
Sonntag, 21. November 2010
Heute ist Totensonntag: Die Weihnachtsmärkte haben trotz der Eröffnung in der letzten Woche heute noch einmal geschlossen als Gedenken an die Verstorbenen. Und passend zum Totensonntag habe ich im Radio folgendes Zitat gehört: "Ich habe kein Angst vorm Sterben, ich möchte nur nicht dabei sein." (Woody Allen)
Es ging in der Radiosendung darum, dass man auch mit Kindern schon über den Tod reden sollte und sie darauf vorbereiten sollte, dass der Tod irgendwann eintreten kann. Das muss natürlich auf eine kindliche Art und Weise geschehn, damit sie es auch verstehen. Dabei hilft es immer, ihnen zu sagen, dass Oma oder Opa oder der/ die Verstorbene jetzt im Himmel ist und zwar nicht mehr zu sehen ist, aber auf uns aufpasst. Bei einer Beerdigung, an der ich teilgenommen habe, wurde den Kindern es erklärt mit dem Beispiel von Raupe und Schmetterling. Die Raupe muss ihr Leben als Raupe verlassen, um als Schmetterling weiterleben zu können. Das finde ich für Kinder eine sehr passende Erklärung, die sie sicher auch gut nachvollziehen können. Welche Fragen ich mir da gestellt habe: Ist unser jetziges Leben hier auf Erden wie das einer Raupe? Und ist das Leben nach dem Tod wie das eines Schmetterlings? Was den Schmetterling betrifft, kann ich mir das noch vorstellen, weil ich mit einem Schmetterling folgende Worte verbinde: frei, dem Himmel näher, bunt, unbeschwert, fröhlich, ohne Grenzen, usw. Aber ist es wirklich so? Ist das Leben nach dem Tod ohne Sorgen, ohne Probleme, frei, unbeschwert, bunt und ohne Grenzen? Klar glaube ich irgendwie daran und hoffe darauf. Aber dass mein Leben hier auf der Erde wie das einer Raupe ist, möchte ich auch nicht so ganz wahrhaben. Kriechend, eintönig, langsam, usw. Wir haben die Möglichkeit, unser Leben zu beeinflussen und es so zu leben, wie wir möchten. Und das sollten wir auch tun - so, dass wir später nichts bereuen oder im Sessel sitzen mit den Worten "Hätte ich früher besser mal....". Dann ist es meistens zu spät. Und wenn das Leben nach dem Tod noch schöner wird, haben wir Glück. Und wenn nicht, dann haben wir wenigstens zu Lebzeiten das erlebt, was wir erleben wollten. Besser kann es immer werden, aber nachholen können wir nichts.
Sonntag, 22. August 2010
In den letzten Wochen habe ich mir mal Gottesdienste der anderen Art angeschaut und mitgefeiert.
Auf die Idee bin ich schon vor einigen Jahren gekommen, als ich auf einer Hochzeit eingeladen war, die in einer Freien Evangelischen Gemeinde gefeiert wurde. Was mich fasziniert hat, war einerseits die moderne Gestaltung, aber auch die modernen Lieder. Es wurden viele Lieder von Layna gesungen, deren Text mit Hilfe eines Beamers auf einer Leinwand gezeigt wurde. Liederbücher wurden also nicht gebraucht.
Allerdings war ich zu der Zeit in einer sehr streng katholischen Umgebung und so ist der Wunsch, mir das mal genauer anzusehen, schnell wieder in Vergessenheit geraten. Vor Kurzem habe ich dann einen Freund wiedergetroffen, der mir erzählte, dass er aus der Kirche ausgetreten ist. Ich habe es ihm nicht zugetraut, weil auch er katholisch aufgewachsen ist. Das Geld spendet er für einen guten Zweck - Grund des Austritts war also nicht das Geld. Er hat mir dann erzählt, dass er öfter mal zu Gottesdiensten und Treffen in einer Freien Evangelischen Gemeinde geht. Da ging mir wieder das Licht auf und ich habe mich in Leverkusen umgesehen, um auch hier eine Freie Evangelische Gemeinde zu finden. Ich habe eine E-Mail dorthin geschickt und bekam relativ schnell eine Antwort mit der Beantwortung meiner Fragen. Also bin ich zu dem nächstmöglichen Gottesdienst gegangen, um es mir mal persönlich anzusehen. Sofort wurde ich angesprochen, freundlich aufgenommen, mir wurde viel erklärt, die Räumlichkeiten wurden mir gezeigt und ich habe erste Kontakte geknüpft. Allerdings war der Gottesdienst gar nicht so modern, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Lieder, die gesungen wurden, kannte ich nicht und der Gemeindesaal war ziemlich leer. Es war ein Gottesdienst mit Abendmahl (mit Brot und Wein), was ich so von der katholischen Kirche nicht kannte. Also habe ich nicht teilgenommen. Ich war die einzige, die am Abendmahl nicht teilgenommen hat. Überraschend. Von der Katholischen Kirche kenne ich es so, dass immer welche nicht zur Kommunion gehen. Hier war das nicht so. Das fand ich auffällig gut. Die Woche darauf habe ich wieder am Gottesdienst teilgenommen, es war Israel-Sonntag. Verschiedene Bilder zum Thema Israel - bekannte und weniger bekannte, erschreckende und erfreuliche, schöne und traurige, viele Gegensätze - dazu nachdenkliche Worte und zwischendurch immer wieder Musik. Teilweise wurden Lieder durch die Gemeinde gesungen und teilweise gab es Musik von Crazy Freilach. Wirklich faszinierend, wieviel Stimmung und zeitgleich Nachdenklichkeit man mit 3 Instrumenten hinbekommen kann. Durch ein wechselndes Tempo war es interessant und spannend, was als nächstes kommt. Schon alleine faszinierend, wie sie ihre Instrumente beherrschen und damit die Leute mitreißen. Einen Applaus, der nicht enden wollte, gab es zum Schluss. Zu Hause angekommen, habe ich mir sofort die Internetseite angesehen und mehr Lieder von ihnen angehört. Ich denke, dass auch das Sehen eine Rolle mitgespielt hat, denn zu Hause haben mich die Lieder nicht so angesprochen wie dort in der Gemeinde. Vielleicht werde ich mir mal ein Konzert von ihnen ansehen und anhören.
Aber zurück zur Gemeinde:
Vieles dort gefällt mir, hat mich angesprochen und auch nachdenklich gemacht. Viele Fragen sind aber noch offen, obwohl mir viele Fragen auch schon beantwortet wurden. Ich habe dort im Gemeindebrief nämlich einen Namen gelesen von jemanden, den ich kannte und habe ihn dann angesprochen. Wir haben uns nun schon viel unterhalten über seine Gründe, dort beizutreten und mitzuwirken. Über seine Überzeugung, die ihn zum Beitritt bewegt hat und über seine Zweifel, die er vorher hatte. Das scheint ein glücklicher Zufall gewesen zu sein, dass ich gerade an dem Tag dort war, an dem sein Name im Gemeindebrief stand und ich diesen dann auch gelesen habe. Kann Zufall gewesen sein, aber kann auch ein Zeichen Gottes sein.
Warum soll man nämlich immer in den gleichen Bahnen schwimmen, in denen man immer geschwommen ist? Warum nicht mal ausbrechen aus der Gewohnheit und etwas Neues ausprobieren? Das Wichtigste ist der Glauben - egal, wo er gelebt wird.
Natürlich bleibe ich weiterhin skeptisch und werde nicht beitreten, bevor alle meine Fragen beantwortet sind. Diese Beantwortung wird sich durch häufigere Teilnahme an Gottesdiensten, aber auch durch Gespräche mit anderen Gemeindemitgliedern ergeben. Der Altersdurchschnitt ist aus meiner Sicht in dieser Gemeinde viel niedriger als z. B. in der Katholischen Kirche, was daran liegen kann, dass der Gottesdienst in der Freien Gemeinde viel moderner ist. Und dass man dort aus freier Entscheidung Mitglied wird und nicht weil die Eltern es für das Kind entscheidet. Kinder werden dort nur gesegnet und können dann später selbst entscheiden, ob sie beitreten möchten. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Was mir sehr gefällt, ist, dass ich dort - obwohl ich jetzt schon ein paar mal da war - nicht gedrängt werde zu einem Beitritt. Der Bekannte sagte, dass er dort jahrelang hin ging ohne jemals gefragt worden zu sein, ob er beitreten möchte. Man tritt bei aus freier Entscheidung und nicht aus Zwang oder weil man überredet wird. Das ist vorbildlich.
Ich werde es mir weiterhin anschauen und dann über weitere Erfahrungen, Erlebnisse und Unterschiede berichten.
Samstag, 13. März 2010
Heute hatte ich die Gelegenheit, an einem Angebot der KFD St. Andreas Schlebusch teilzunehmen. KFD steht als Abkürzung für die Katholischen Frauen Deutschlands.
Im Angebot standen verschiedene Workshops, wie z. B. Farbberatung, zur Ruhe kommen, Einführung Yoga, Bibelgespräche, usw.
Ich hatte mich für den Workshop "Ich möchte zur Ruhe kommen" angemeldet, um Tipps und Informationen zu Entspannungstechniken zu bekommen. Nicht, dass ich mich jetzt sonderlich gestresst fühle, aber Entspannung ist in aller Munde aufgrund der immer schnelllebigeren Welt. Work-Life-Balance oder auf gut deutsch der Ausgleich zwischen Privatleben und Beruf sind Stichworte, von denen jeder spricht. Die Einen powern sich aus, um abzuschalten und die Anderen kommen zur Ruhe, meditieren, beten, usw.
Wir haben Tipps bekommen, wie man ganz leicht im Alltag zur Ruhe kommen kann, auch, wenn es rund um uns herum laut ist. Ein ganz interessanter Tipp ist, sich irgendeinen Ort in der Wohnung so einzurichten, wie es einem selbst gefällt. Das muss jetzt nicht ein ganzer Raum sein - es reicht ein kleiner Tisch, oder sogar ein kleines Stück an der Wand. Ein schönes Tuch, ein schönes Bild, eine Blume, eine Kerze oder etwas Anderes, was einem gefällt, kann dort stehen oder hängen. An diesen Ort kann man sich jeden Tag ein paar Minuten zurück ziehen. Es ist medizinisch erwiesen, dass man nach ein paar Tagen schon deutlich ruhiger wird, wenn man an diesen Platz kommt oder nur das Bild anschaut. Reduktion des Blutdrucks, weniger Rücken- oder Verspannungskopfschmerzen und viele weitere körperliche Verbesserungen sind spürbar. Wichtig dabei ist, dass dieser ganz persönliche Rückzugsort immer an der gleichen Stelle ist und nicht an verschiedenen Orten in der Wohnung.
Die Methode "Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen" wurde uns vorgestellt. Eine sehr wertvolle Erfahrung. Die Methode ist ganz einfach: Verschiedene Muskelgruppen werden nacheinander angespannt und dann bewusst gelöst. Begonnen beim Kopf über die Arme, die Schultern, den Rücken, den Bauch und die Beine wird jede Muskelgruppe 10 Sekunden angespannt, bevor die bewusste Lösung der Muskeln erfolgt. Und die Lösung erfolgt viel stärker, wenn vorher die Muskeln angespannt wurden. Das hätte ich auch nicht gedacht, aber ich fühlte mich danach wirklich sehr leicht und entspannt. Was mir jedoch sofort einfiel, ist, dass ich ohne Ansage vermutlich alleine nicht so gut entspannen könnte. Die Leiterin des Workshops hat immer schön angesagt, wann wir anspannen und wann wir entspannen. Aber so alleine macht man das ja dann doch nicht, wenn man selbst die Ansage machen muss. Dafür gibt es jede Menge Cds, die man kaufen kann. Weiterhin ist hier auch eine ganz schnelle Entspannung möglich, indem man z. B. alle Muskeln gleichzeitig für 10 Sekunden anspannt und dann wieder entspannt. Sowas geht dann nämlich auch im Auto an der roten Ampel, an der Bushaltestelle oder an vielen anderen Orten - wo auch immer einem gerade nach Entspannung zumute ist. Das fällt kaum auf und hilft ganz schnell.
Nach einer kurzen Pause kamen wir dann noch in den Genuss einer Phantasiereise. Zunächst konzentriert man sich auf den eigenen Atem - langsam und ruhig im eigenen Rhythmus. Einatmen = Kraft, ausatmen = Ruhe. Nach einer kurzen Zeit werden wir mitgenommen auf eine Phantasiereise, nämlich z. B. auf einen Weg, einen Berg, einen Ort am Meer, oder irgendwo anders hin. Heute waren wir auf einem Weg - jeder auf seinem ganz persönlichen. Diese Wege sahen alle unterschiedlich aus, einer steinig bei Sturm und Regen, andere an Wiesen und Feldern entlang bei Sonnenschein. Jemand kam uns entgegen und wir gingen ein Stück gemeinsam und setzten uns auf eine Bank. Wir bekamen ein Geschenk - jeder das Geschenk, das er jetzt am Besten gebrauchen konnte. Nach diesem kurzen Gespräch und der Annahme des Geschenks trennten sich die Wege wieder und jeder kam zurück in den Raum, in dem wir saßen. Natürlich dauerte das etwas länger, als ich es jetzt hier beschrieben habe. Ca. eine halbe Stunde befanden wir uns insgesamt auf der Phantasiereise. Was ganz erstaunlich ist, dass manche, die normalerweise sehr geräuschempfindlich sind, keine Stimmen und andere Geräusche wahrgenommen haben. Das zeigt die Stufe der Entspannung.
Den letzten Tipp, den wir noch bekamen, ist, dass wir uns einen schönen Ort, an dem wir schon mal waren, immer wieder ins Gedächtnis rufen. Das kann ein Platz am Meer, in den schneebedeckten Bergen oder auch auf Wiesen und Feldern sein - irgendwo, wo wir uns sehr wohl gefühlt haben. Diesen Ort behalten wir dann in uns und rufen ihn uns in die Gegenwart, wenn wir uns gerade nicht so wohl fühlen oder wir gestresst sind. Mit dem Bild von dem traumhaften Ort kommt dann auch das Gefühl wieder, das wir an dem Ort hatten. So können wir es hinbekommen, etwas aus einem anderen Blickwinkel zu sehen oder gelassener an eine Sache heranzugehen.
Viele denken leider erst an Entspannung, wenn sie total verspannt und/ oder gestresst sind. Diese Übungen sind aber auch empfehlenswert zur Vorbeugung, um erst gar nicht soweit zu kommen, dass man unter Stress leidet. Ein paar Minuten am Tag oder alle paar Tage reichen schon.
Generell kann es auch in einer anstrengenden, schwierigen und aufregenden Situation helfen, sich kurz auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Das merkt keiner und geht so schnell und einfach.
Ich bin auch eher der Typ, der sich gerne auspowert nach einem langen Arbeitstag, z. B. beim Sport im Fitnessstudio. Aber ab und zu tut auch die Ruhe ganz gut und für solche Phasen kommen für mich die beiden o. g. Möglichkeiten schon mal ganz gut in Frage. Für mich kam der Tag heute genau richtig - jetzt kann ich die restlichen 1,5 Wochen nutzen, um mich auf die Klausur vorzubereiten und gehe völlig locker daran. :-) Natürlich immer noch mit dem nötigen Ernst, ganz locker gehts dann doch nicht. Aber die Tipps helfen eine Menge.
Am Nachmittag habe ich dann an dem Workshop "Erbsen auf halb sechs" teilgenommen, in dem wir den Film "Erbsen auf halb sechs" angesehen haben. Hier könnt Ihr lesen, worum es in dem Film geht. Der Fim ist sehr zu empfehlen. Er ist nicht traurig, auch wenn erst etwas so anhört. Er regt zum Nachdenken an und lässt einen auch für das dankbar sein, was man hat. Schaut ihn Euch einfach mal an - er ist wunderschön und lässt einen auch manches mit anderen Augen sehen.
Ich lasse die ganzen Erfahrungen jetzt erstmal auf mich wirken. Demnächst werde ich dann mal berichten, wie es so läuft bei mir und ob ich mich noch mehr damit beschäftigt habe.
Ein rundum gelungener Tag - herzlichen Dank an alle, die den Tag organisiert haben.
Samstag, 9. Januar 2010
Am 30.12. waren die New York Gospel Stars in Leverkusen-Wiesdorf und haben dort ein Konzert gegeben.
Das war mein erstes Gospel-Konzert und ich durfte es von der ersten Reihe aus erleben. Atemberaubend - super - genial! Man kann es nicht beschreiben, man muss es erleben.
Sie sind noch in weiteren Städten auf Tour - schaut doch mal hier. Da findet Ihr Tourdaten und viele weitere Informationen.
Falls Ihr an einem der genannten Termine noch nichts vorhabt, gönnt Euch Tickets für einen der Auftritte - Ihr werdet es garantiert nicht bereuen. Man sieht, wie sehr der Glaube an Gott, aber auch die Freude an Musik die Auftritte gestalten. Gut gelaunt und mit klaren und lauten Stimmen präsentieren sie jeden ihrer Songs. Amazing Grace und He´s got the whole world in his hands sind mir am Besten in Erinnerung geblieben, aber auch alle anderen Lieder und Darstellungen waren einfach sehenswert!
Ich würde jederzeit wieder hingehen.
Sonntag, 15. November 2009
Fragen wir uns das nicht alle im Laufe unseres Lebens öfter mal? Wer ist Gott und wo ist er? Vor allem die Frage "Wo ist Gott?" stellen wir uns, wenn wieder einmal etwas schief läuft oder etwas Schlimmes passiert. Und stellen wir uns diese Frage nicht zu Recht?
Trotzdem finden bei schlimmen und traurigen Ereignissen viele Leute in die Kirche und vielleicht auch zu Gott. So z. B. konnte man in den letzten Tagen viele Trauernde mit einer Kerze in der Hand sehen - mit vielen anderen Trauernden gemeinsam. Und wo haben sie sich versammelt? In der Kirche - zum Gottesdienst. Wenn den Menschen nichts mehr anderes einfällt oder sie nicht wissen, wohin mit ihrer Trauer, dann finden sie den Weg zur Kirche. Und das ist keinesfalls einen Vorwurf wert, warum man sie die ganzen Jahre nicht in der Kirche gesehen hat, sondern im Gegenteil: es ist doch gut zu wissen, dass wir immer zu Gott kommen dürfen und dass er uns niemals loslässt. Ein schönes Sprichwort sagt auch "Man kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand". Das ist beruhigend zu wissen.
Für die Traueranzeige von Robert Enke hat die Witwe folgende Worte ausgewählt: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass alles gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass alles einen Sinn ergibt, egal wie es ausgeht. (Zitat von Václav Havel). Für ihn sind scheinbar trotz Reichtum, Erfolg, Karriere, Zuspruch von Millionen Fans und Geld scheinbar die Fragen des Lebens nicht beantwortet worden. Was sind dann die Fragen des Lebens? Gibt es noch mehr als Reichtum, Geld und Anerkennung? War es überhaupt richtige Anerkennung, die er von den Fans erlebt hat? Ich kann mir vorstellen, dass man als Fußballstar auch viel Wut der Fans abbekommt, z. B. wenn man den Gegner nicht abhalten konnte oder der Ball im eigenen Tor landet. Mal der Star und dann wieder der Buh-Mann. Das ist sicher nicht leicht. Was in ihm vorging, kann niemand nachvollziehen. Man kann nur versuchen zu verstehen und beten.
Auch in unseren Charts und bei unseren Sängern spielt die Frage nach Gott eine Rolle. Das Lied "One of us" von Joan Osbourne, das im Radio auch heute noch gespielt wird, handelt von Gott und vermutlich weiß es kaum jemand. Hier ist der Text des Liedes. Und hier ist die Übersetzung. Ich jedenfalls habe bis zum Gottesdienst in St. Franziskus Leverkusen nicht besonders darüber nachgedacht. Ich habe das Lied immer so im Hintergrund gehört, ohne den Text wirklich mal zu übersetzen. Dabei ist da soviel Wahres dran. Was wäre denn, wenn Gott wirklich ein Fremder wäre, der mit uns im Bus nach Hause fährt? Wie würden wir ihn behandeln? Würden wir ihn erkennen?
Dieser Gottesdienst am Sonntag in der Gemeinde St. Franziskus war speziell für die Jugendlichen, die sich auf die Firmung vorbereiten. Sie haben den ganzen Sonntag noch mit verschiedenen Gedanken rund um die Frage "Wer ist Gott" verbracht und sicher auch einige Antworten oder Lösungsansätze gefunden. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass sicher auch viele Erwachsene zum Nachdenken angeregt wurden. Denn die Frage "Wer ist Gott" stellt sich ja nicht nur Jugendlichen, sondern sicherlich jedem von uns irgendwann in irgendeinem Zusammenhang.
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