Dienstag, 10. November 2009
Seit der Erstkommunion war ich Messdienerin. Als wir von Olsberg nach Winterberg-Siedlinghausen (1990) umgezogen sind, konnte ich sogar den Pfarrer von Siedlinghausen davon überzeugen, dass auch Mädchen in der Messe dienen sollten. Bis dass wir dorthin gezogen sind, durften nur Jungen Messdiener werden. Ich habe mich sehr gefreut, dass der Pfarrer meinen Vorschlag umgesetzt hat. Es sind seitdem viele Mädchen Messdienerinnen geworden und ich durfte sogar einige anlernen. Bis zum 17. Lebensjahr (bis mir die Gewänder nicht mehr passten) war ich Messdienerin in Siedlinghausen, habe bei Familiengottesdiensten gerne mal die Fürbitten vorgelesen oder auch die Lesung.
Und jetzt habe ich mir überlegt, dass ich mich eigentlich mal wieder in der Kirche betätigen könnte. Ok - als Messdienerin wahrscheinlich nicht mehr - dafür bin ich dann doch zu alt. Ich hatte an Lektorin gedacht und habe mich mal in der Sakristei gemeldet. Irgendwann bin ich dann angesprochen worden, ob ich nicht Lust hätte, mich in dem neuen Ortsausschuss zu engagieren. Ich wusste bis dahin nicht, was es bedeutet. In diesem Jahr wurde und wird einiges neu organisiert. Die bestehenden Pfarrverbände werden zusammen gelegt zu einer Pfarreiengemeinschaft "Leverkusen Südost". Das heißt, dass es für den ganzen Pfarrverband nur noch einen Pfarrgemeinderat geben wird. Um die `Arbeit vor Ort` in den einzelnen Gemeinden nicht zu kurz kommen zu lassen, hat sich Pfarrer Zöller dafür ausgesprochen, in den einzelnen Gemeinden Ortsausschüsse zu bilden.
Am 4. Oktober waren in meiner Kirchengemeinde St. Franziskus in Leverkusen die Ortsausschuss-Wahlen. 17 Freiwillige hatten sich für die Mitarbeit im Ortsausschuss gemeldet. Wir hatten ein kurzes Vortreffen, auf dem wir uns gegenseitig vorgestellt haben. Nun hatte die Gemeinde am 4. Oktober die Wahl - genauer gesagt 2 Wahlen. Zuerst durften sie entscheiden, ob sie eine geheime Wahl oder eine Wahl durch Abstimmung per Handzeichen treffen möchten. Alle haben sich für die Wahl per Handzeichen entschieden. Hätte einer gegen die offene Wahl gestimmt, wäre geheim gewählt worden. Daher war alles vorbereitet, inkl. Wahlzettel. Diejenigen, die zur Wahl standen, haben sich selbst vorgestellt bzw. diejenigen, die nicht anwesend sein konnten, wurden vorgestellt. Ein erfreuliches Ergebnis: die Gemeinde hat entschieden, dass alle, die sich gemeldet haben, auch im Ortsausschuss tätig sein sollen. Daher wurden wir alle gewählt. Ich freue mich auf die Tätigkeit und bin gespannt, wie wir unterstützen und was wir bewegen können.
Hier gibt es eine Übersicht über alle Mitglieder des Ortsausschusses der Gemeinde St. Franziskus Steinbüchel.
Aber damit noch nicht genug. Die zweite Wahl mit dem Motto "Wählen Sie doch mal Kirche" fand an dem Wochenende 7./ 8. November statt. An diesem Wochenende wurde der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat für den neuen Pfarrverband "Leverkusen Südost" gewählt. Das Ergebnis der Wahl ist mir noch nicht bekannt. Ich bin sicher, dass "unsere" Steinbücheler Kandidaten aus St. Franziskus gute Wahlergebnisse erzielen und die Gemeindemitglieder mit der Vorstellung ihrer Schwerpunkte überzeugen konnten.
Bald haben wir unsere erste Ortsausschuss-Sitzung. Ich werde sicherlich demnächst mal wieder berichten, wie es so weitergeht.
Sonntag, 25. Oktober 2009
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Beitrag geschrieben unter dem Titel "Was soll ich für Dich tun". Im heutigen Gottesdienst St. Franziskus in Leverkusen ging es wieder um dieses Evangelium. Wir wurden gefragt, ob wir nicht auch manchmal blind sind oder immer blinder werden durch die ganzen Eindrücke, die durch das Fernsehen auf uns einprasseln. Eine Statistik zeigt, dass jeder Deutsche durchschnittlich 4 Stunden pro Tag Fernsehen schaut. Wann haben wir denn das letzte Mal ein Buch gelesen oder das Fernsehen bewusst ausgeschaltet, um interessante Gespräche zu führen oder für unsere Mitmenschen da zu sein? Ich schließe mich da natürlich ein. Klar ist es oft einfacher, sich vom Fernsehen berieseln zu lassen als tiefgreifende Gespräche zu führen. Aber ist es wirklich immer richtig?
Patrick und ich haben mal einen Artikel gelesen, der mir in diesem Zusammenhang einfällt. Eine Familie besitzt kein Fernsehen. In dem Artikel wurden dann so interessante Fragen gestellt wie "Woran wird dann die Sitzgarnitur ausgerichtet" und "Womit vertreiben sie ihre Freizeit". Die Antworten lauten die Sitzgarnitur wird als Gesprächsrunde aufgestellt, dass wir uns auch gegenüber sitzen und uns gut unterhalten können. Die Freizeit wird mit Lesen, Unterhaltungen und Spielen verbracht. Nachrichten werden in der Zeitung oder auch im Internet gelesen. Und das war jetzt nicht eine Familie, die ungewöhnlich war oder ohne Spaß lebte. Nein, eine ganz normale Familie. Natürlich haben sie auch etwas Zeit im Internet verbracht oder auch Computerspiele gespielt, besonders die Kinder. Aber die Zeit war eben begrenzt und es war durch den Verzicht auf Fernsehen viel Zeit übrig für das Familienleben, das woanders oft zu kurz kommt.
Aber ich möchte noch auf ein anderes Thema hinaus, das mir in dem Zusammenhang einfällt. Was tun wir denn, wenn es uns schlecht geht? Denken wir an Gott? Und wie bitten wir ihn, wie sprechen wir ihn an, was erwarten wir? Das ist das, worüber wir uns auch Gedanken machen sollten. Gott ist ja kein Wunderheiler, der auf Sätze wie "Gott, mach, dass es mir wieder gut geht" reagiert. Das ist an dem Satz zu erkennen "Dein Glaube hat Dir geholfen", den Jesus dem Blinden sagt, als er konkret sagt "Ich möchte wieder sehen". Sollten wir manchmal darüber nachdenken, ob unser Glaube auch in der Lage ist, uns zu helfen?
Wahrscheinlich denken wir öfter an Gott, wenn es uns schlecht geht. Wenn es uns gut geht, haben wir keinen Grund, an ihn zu denken? Vielleicht fällt uns dann nicht ein, an ihn zu denken, weil ja alles ok ist. Ist das Verhalten richtig? Ist das der Glaube, den Gott erwartet oder möchte er auch an unserem Leben teilhaben, wenn es uns gut geht und wir zufrieden sind? Wie wäre es, einfach mal danke zu sagen, dass es uns gut geht? Meiner Meinung nach gehört beides zu unserem Glauben, der uns helfen kann: Bitten und Danken. Und auch danke sagen, wenn sich eine Situation aufgrund unseres Betens geregelt hat. Gott kann nicht einfach alles gut machen, sondern auch braucht unser Dasein und er braucht Menschen, die in seinem Sinne handeln. Und um nun wieder auf den Titel des Artikels zurückzukommen: Sind wir auch blind oder erkennen wir diese Menschen, die in Gottes Sinne handeln und auch diese Menschen, die unsere Hilfe brauchen? Oder sind wir Menschen, die in seinem Sinne handeln und uns nicht von der zunehmenden `Blindheit` anstecken zu lassen? Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und mit Kleinigkeiten zu helfen, das ist sicherlich in Gottes Sinne und gehört genauso zum Glauben wie das Gespräch mit Gott, ob Bitten oder Danken.
Sonntag, 7. Juni 2009
Heute wird der Dreifaltigkeitssonntag gefeiert. An diesem Sonntag wird also dem dreifaltigen Gott nähere Aufmerksamkeit geschenkt: Dem Vater, dem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist. Genaueres darüber könnt Ihr hier lesen.
Damit gemeint ist der Vater, der alles erschaffen hat und natürlich, der seinen einzigen Sohn gesandt hat und der heilige Geist, von dem Jesus empfangen wurde. So heißt es in verschiedenen Liedstrophen im Gotteslob, aber auch im Glaubensbekenntnis.
Zu erklären ist es schwer, dass diese 3 Personen in unserem einen Gott zu verstehen sind. Besonderheit an dem heutigen Gottesdienst war die Segnung mit Weihwasser zu Beginn des Gottesdienst, während der man besonders das Kreuzzeichen macht "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes".
Samstag, 18. April 2009
Leider waren meine letzten Wochen nicht besonders toll, weil zwei Menschen plötzlich aus meinem Leben verschwunden sind. Es war eine schwere Zeit, gerade wenn das Osterfest eigentlich ein Grund zum Feiern sein soll. Aber vielleicht ist es ein Zeichen, dass gerade dann jemand stirbt, am Auferstehungstag?! Das fällt schwer zu glauben, wenn man gerade an diesem Tag einen lieben Menschen verliert, der einem wichtig war. Wenn man länger darüber nachdenkt, kann man sagen: es war der Auferstehungstag Jesu - und das ist vielleicht kein Zufall.
Ich hatte die Gelegenheit, einen dieser Gottesdienste mitzugestalten und vorzubereiten. Ich habe mich im Internet auf die Suche gemacht nach Psalmen für die Todesanzeige, nach Lesungsvorschlägen, Evangelienvorschlägen, Fürbitten und Liedern für Trauergottesdienste.
Psalmen, z. B. als Überschrift für die Todesanzeige, habe ich mehrere gefunden, z. B. hier. Besonders passend finde ich "Ich bin die Auferstehung und das ewige Leben. Wer an mich glaubt, wird ewig leben, auch wenn er stirbt." oder "Meine Zeit steht in deinen Händen." Aber natürlich hat es viel mit der konkreten Situation zu tun, ob es eine Erlösung nach langer Krankheit oder ein plötzlicher Tod ist.
Ich kann jedem empfehlen, den Trauergottesdienst eines verstorbenen Angehörigen mitzugestalten, da es dazu beiträgt, dass es ein individueller Gottesdienst ist. Jeder Pfarrer bietet normalerweise vor der Beerdigung ein Gespräch mit den nächsten Angehörigen an, in dem man seine Wünsche äußern kann, welche Texte und Lieder im Gottesdienst gelesen bzw. gesungen werden sollen. Wenn man selbst nicht direkt Ideen hat, welche Lieder und Texte ausgewählt werden, hat jedes Pfarrbüro auch Vorschläge, aus denen man auswählen kann.
Die meisten Texte und Lieder habe ich selbst ausgewählt und die Fürbitten sogar selbst geschrieben. Um den Lesern meiner Seite für einen Fall auch Vorschläge und Vorlagen zu geben, stelle ich meine Vorschläge gern zur Verfügung.
Die Eröffnung des Gottesdienstes erfolgt durch den Pfarrer und enthält meistens ein paar persönliche Worte über den Verstorbenen; wie er gelebt hat, wofür er sich besonders eingesetzt hat, was ihm wichtig war und was uns am meisten fehlen wird.
Hier ist die Lesung, die ich passend fand, aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Neues Testament, Römerbrief 6, 3 - 11). Wenn man möchte, kann man die Lesung auch selbst lesen bzw. jemanden auswählen, der die Lesung liest. Natürlich in Abstimmung mit dem Pfarrer.
Ein passendes Evangelium ist meiner Meinung nach aus dem Johannesevangelium, 14, Satz 1 - 14 oder auch verkürzt. Der Text ist hier zu finden. Das Evangelium wird durch den Pfarrer vorgelesen.
Anschließend folgen die Fürbitten, die man wieder selbst vorlesen kann oder auch vorlesen lassen kann. Diese Fürbitten habe ich selbst geschrieben und stelle sie auch gerne zur Verfügung. Sie können individuell angepasst werden, je nach den Wünschen und Bitten, die aus Sicht der Angehörigen wichtig ist.
Auch bei der Auswahl der Lieder kann man mit entscheiden, natürlich auch in Abstimmung mit dem Pastor. Denn wichtig bei der Liedauswahl ist, dass die Gemeinde die Lieder kennt, damit man nicht alleine singen muss.
Meine Liedauswahl sah wie folgt aus:
zur Gottesdienst-Eröffnung: Nr. 291 aus dem Gotteslob - Wer unter´m Schutz des Höchsten steht als Zwischengesang: Nr. 183 aus dem Gotteslog - Wer leben will wie Gott auf dieser Erde Bittgesang zwischen den Fürbitten: Nr. 18 aus "Singt dem Herrn" - Herr erbarme Dich zur Gabenbereitung: Nr. 620 aus dem Gotteslob - Das Weizenkorn muss sterben zum Sanctus: Nr. 67 aus "Singt dem Herrn" - Heilig Herr, heilig bist Du nach der Kommunion: Nr. 157 aus "Singt dem Herrn" - Von guten Mächten Schlusslied: Segne Du Maria, segne mich Dein Kind
Nach dem Gottesdienst erfolgt dann stillschweigend der Gang zum Friedhof, wo die Beerdigung stattfindet, durch den Pastor der Sarg bzw. die Urne gesegnet wird und Gebete gesprochen werden. Diese Minuten sind für die Angehörigen die schwersten, weil es dann den Abschied richtig bewusst macht und man in diesen Minuten die Erinnerungen nochmal Revue passieren lässt. Daher sollte meiner Meinung nach unbedingt respektiert werden, wenn in der Todesanzeige stand "Von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen". Nicht jeder kann damit richtig umgehen - und oft findet man auch nicht die richtigen Worte.
In vielen Gemeinden gibt es das Liederbuch "Singt dem Herrn", das auf Anfrage ausgeteilt werden kann. Manchmal gibt es auch ähnliche Liederbücher. Ich gehe davon aus, dass die oben genannten Lieder in vielen anderen Liederbüchern auch enthalten sind. Das Liederbuch "Singt dem Herrn" gibt es scheinbar nicht mehr zu bestellen, aber es soll wohl ein Nachfolge-Buch "Ihm und uns" geben, das bald herauskommt. Ich bin relativ sicher, dass es ähnliche Bücher in sehr vielen Gemeinden gibt. Das Lied "Segne Du Maria" habe ich in keinem Liederbuch gefunden, ich habe es nur als Zettel.
Wenn Ihr Fragen habt oder Tipps benötigt, hinterlasst gerne einen Kommentar oder schickt mir eine E-Mail.
Die Mitgestaltung und Organisation ist bei allen gut angekommen und ich kann es wirklich jedem empfehlen, so an einem würdigen Abschied mitzuwirken. Das Feedback, das ich bekommen habe, war positiv. Das soll für alle, die in einer ähnlichen Situation sind, eine Ermutigung sein, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Die Abstimmung mit dem Pastor läuft auch sehr reibungslos; er gibt ein kurzes Zeichen, wenn man aufstehen sollte zur Lesung und den Fürbitten, um sie vorzutragen.
Auf diesem Wege möchte ich allen danken, die mit lieben Worten, Karten und ihrer Anwesenheit geholfen haben und mir Kraft gegeben haben. Außerdem danke ich allen, die für mich da waren, mit denen ich reden konnte, wann ich es brauchte und auch denen für ihr Verständnis danken, bei denen ich mich aufgrund der Situation lange nicht gemeldet habe. Großer Dank an Patrick, der viel Verständnis hatte, wenn ich oft unterwegs war, keine Zeit hatte und auch nicht sehr gut gelaunt war. Ein besonderer Dank gilt auch dem Pastor für die herzliche Gestaltung des Gottesdienstes und das freundliche Gespräch vorab.
Donnerstag, 19. März 2009
Das Gleichnis vom barmherzigen Vater Lk 15,11-32 11 Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. (Das Erbteil schon zu Lebzeiten des Vaters zu fordern, war erlaubt, galt aber als unschicklich.) 13 Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. 14 Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. 15 Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. 16 Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. 17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. 18 Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. 19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. 20 Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. 22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. 23 Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. 24 Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. 25 Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. 26 Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. 27 Der Knecht antwortete: dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. 29 Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. 30 Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. 31 Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. 32 Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Quelle In welcher Rolle würden wir uns hier finden? Wie finden wir das Verhalten des Vaters? Was löst es in uns aus? Fühlen wir Ungerechtigkeit über das Verhalten des Vaters? Für wen würden wir uns einsetzen? Wen können wir verstehen?
Als ich mich mit diesem Gleichnis beschäftigt habe, war mein erster Gedanke: Wie ungerecht von dem Vater... und ich hätte mich sofort auf die Seite des älteren Sohnes gestellt. Ich kann mir vorstellen, dass viele auch so reagieren würden und dem älteren Sohn Recht geben?
Was ist aber, wenn wir uns in der Situation des jüngeren Sohnes finden? Das kann ja auch mal vorkommen, dass wir merken, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Und dann ist es doch gut zu wissen, dass wir zurück gehen können und mit offenen Armen empfangen werden. An Stelle des Sohnes ist es bestimmt ein gutes Gefühl, so freudig empfangen zu werden.
Sicherlich können Eltern auch den Vater verstehen: Sohn bleibt Sohn, Tochter bleibt Tochter und die Tür zum Elternhaus steht jederzeit offen. Eltern können das Tor nicht verschließen, das bringen sie nicht über ihr Herz.
Dieses Gleichnis ist heute genauso aktuell wie früher. Wer kennt nicht die Situation, dass man die subjektive Wahrnehmung hat, die Geschwister werden bevorzugt? Oder welches Gefühl kommt auf, wenn man sich in die Lage des Vaters versetzt? Wenn man es von außen betrachtet (ohne in der Elternrolle zu stecken), könnte eine Aussage sein "Ich würde das nicht mit mir machen lassen" oder "Er hat es so gewollt, jetzt muss er auch sehen, wie er klar kommt". Jedem fällt sicher ziemlich schnell eine Situation ein, die man mit dieser vergleichen kann.
Um es jetzt mal wirklich als Gleichnis zu sehen: Wir wissen auch immer, dass wir trotz unserer Fehler und Sünden mit offenen Armen empfangen werden und nicht verstoßen werden. Uns wird verziehen und wir dürfen jederzeit umkehren, auch wenn wir Gott eine Zeitlang den Rücken gekehrt haben. Wichtig dabei ist die Einsicht und der eigene erste Schritt.
Interessant ist diese Darstellung der unterschiedlichen Sichtweisen. Es wird aus jeder Perspektive geschrieben, welche Gründe es für das Verhalten gibt.
Es gibt dazu auch ein Spiel, das Kindern und Jugendlichen dieses Gleichnis spielerisch näher bringen soll. Hier ist es zu finden. Und hier habe ich ein paar Fragen gefunden, die zeigen, ob man das Gleichnis verstanden hat.
Ich habe mich in letzter Zeit oft mit Kirche, Glaube, Gott und Jesus beschäftigt. Das hat keinen bestimmten Grund, sondern hat sich einfach so ergeben. Ich war schon immer der Kirche irgendwie verbunden, z. B. war ich auch als Kind und Jugendliche relativ regelmäßig in der Kirche und war bis zum 18. Lebensjahr Messdienerin (bis dass mir die Gewänder nicht mehr passten).
Ich merkte in der letzten Zeit öfter, dass Dinge geschehen, die ohne mein Zutun geschehen bzw. die durch Menschenhand allein nicht gelöst werden können.
Aufgrund meines wachsenden Interesses bin ich auch im Internet auf eine interessante Seite gestoßen: Jesus und ich. Ich habe eine Zeitlang intensiv die Beiträge gelesen, bevor ich sie in meine Blogroll aufgenommen habe. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass sie auch für die Leser meiner Seite einen Mehrwert bringt und Euch zum Nachdenken anregt. Aber seht selbst und schaut dort ab und zu mal vorbei. Ich finde, sie bringt auch zum Nachdenken, wenn Kirche und Gott nicht so präsent für Euch ist. Es werden dort immer wieder Erlebnisse, Begegnungen und Informationen aufgeschrieben, die hilfreich und lesenswert sind. Macht Euch gerne selbst ein Bild und diskutiert auch gerne fleißig mit.
Donnerstag, 5. März 2009
Das Gleichnis von Jesus und dem Blinden hat mich in den letzten Tagen öfter beschäftigt: “Als Jesus Jericho gefolgt von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge verließ, saß da am Straßenrand ein Blinder und bettelte. Als der Blinde hörte, dass es Jesus von Nazareth war, der da vorbeikam, fing er an, laut zu rufen: „Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!“ Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Da blieb Jesus stehen und sagte: „Ruft ihn her!“ Einige liefen zu dem Blinden hin und sagten zu ihm: „Fasse Mut, steh auf! Jesus ruft dich!“ Da warf der Blinde seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. „Was willst du?“ fragte Jesus. „Was soll ich für dich tun?“ Der Blinde sagte: „Mein Herr und Meister, ich möchte wieder sehen können!“ Jesus antwortete: „Geh nur, dein Vertrauen hat dir geholfen!“ Im gleichen Augenblick konnte er sehen und folgte Jesus auf seinem Weg.“ Jesus handelt nicht einfach, sondern er fragt uns: Was soll ich für dich tun? Wir dürfen mit unseren Bitten zu ihm kommen und wenn wir glauben, werden sie erhört. Denn wir helfen uns selbst, indem wir glauben. Die Frage "Was soll ich für dich tun" sollte uns immer wieder begleiten und wir sollten eine Antwort darauf suchen, immer wieder von Neuem. Nur wenn wir unsere Bitten und Wünsche konkret formulieren, können sie erfüllt werden. Unter diesem Link sind noch einige Anregungen zum Nachdenken aufgeschrieben.
Letzten Sonntag wäre statt der Predigt eigentlich der Fastenhirtenbrief von Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln vorgelesen worden. Stattdessen hat der Diakon in der Gemeinde St. Franziskus mit den Kommunionkindern darüber gesprochen, was es bedeutet "Kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe". Manchmal stehen wir in einer Sackgasse in unserem Leben und wissen nicht mehr weiter. Dann müssen wir umkehren, schauen, welchen Weg wir nehmen, was wir besser machen. Die Fastenzeit wurde verglichen mit einem Blick von einem Berg aus. Wenn man auf einem Berg steht, dann sieht man den Weg, den man zurück gelegt hat und stellt auch manchmal fest, dass man einen Umweg gegangen ist. Nicht immer sind Umwege schlecht, sie führen auch zum Ziel - manchmal sind Umwege mühsam, manchmal verlaufen wir uns. All das nicht nur beim Wandern oder bei Fahrten in den Urlaub, sondern auch im richtigen Leben. Und dafür ist die Fastenzeit gut, um mal zu schauen, wie wir unsere Wege einfacher (nicht nur einfacher für uns - sondern auch für unsere Mitmenschen) gehen können. Kehrt um heißt für mich, über den Weg, den ich gegangen bin, nachzudenken und umkehren in Richtung Gott. Oft wird Gott in unserem Alltag vergessen, weil uns die Zeit fehlt oder die Gedanken um 1000 verschiedene Dinge kreisen. Die Fastenzeit kann man nutzen, um sich zu besinnen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Trotz dieses wichtigen Themas in der Predigt habe ich mir den Fastenhirtenbrief durchgelesen. Es geht um die "Sorge um Priesterberufungen". Wirklich lesenswert: hier ist der Link zum vollständigen Fastenhirtenbrief 2009. Ich wünsche Ihnen und Euch allen eine besinnliche Fastenzeit.
Samstag, 14. Februar 2009
- der Tag der Liebenden. Viele sagen, dass dieser Tag von den Blumengeschäften erfunden wurde. Vielleicht ist das auch teilweise so, denn der Tag wurde von den Floristen bestärkt beworben. Dennoch beruft sich der Tag auf den heiligen Valentin von Terni, der Verliebte trotz des Verbots von Kaiser Claudius II. getraut haben und er hat ihnen Blumen aus seinem Garten geschenkt. Er wurde am 14. Februar 269 hingerichtet deswegen. Mehr dazu gibt es bei Wikipedia zu lesen. Jedoch auch auf die Kirche ist der Valentinstag zurückzuführen, denn dort wird am 14. Februar die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur himmlischen Hochzeit gefeiert. Mehr Informationen zum Valentinstag gibt es auch bei Wikipedia. Ich finde diese Bräuche des Valentinstages zwar schön, aber man braucht nicht unbedingt diesen Tag dazu, um dem Partner zu sagen, dass man ihn liebt. Besser ist, wenn man das ganze Jahr über so tut, als wäre Valentinstag. Euch allen wünsche ich einen schönen und romantischen Tag.
Sonntag, 8. Februar 2009
Heute fand ein Gottesdienst mit den Firmlingen statt, die in einem Monat das Sakrament des heiligen Geistes in St. Matthias Leverkusen bekommen. Die Eröffnungsfrage war: Warum gehen wir eigentlich in den Gottesdienst? Um über Dinge nachzudenken, für die im Alltag keine Zeit bleibt; um in einer Gemeinschaft zu sein und auch um Jesus zu begegnen. Thema war also heute "Was ist eigentlich der heilige Geist"? Die Geschichte, die dazu bekannt ist, sind die Feuerzungen, die sich auf allen Köpfen der Jünger verteilt haben. Es wurden Fragen gestellt wie "Warum verteilten sich Feuerzungen auf allen Köpfen"? Das ist natürlich nur ein Bild, um das Ganze verständlicher zu machen. In einer kleinen Unterhaltung wurde dann die Frage gestellt: ich kann den Heiligen Geist doch gar nicht sehen, wofür soll er denn dann gut sein? Wir bekommen Stärke und "können Feuer und Flamme sein für die Sache Jesu". Aber sind wir das wirklich? Feuer und Flamme für die Sache Jesu? Das wird oft genug in Frage gestellt. Wir kennen Sprichwörter wie "ich bin Feuer und Flamme", d. h. ich setze mich für die Sache ein oder "der Funke springt über" - d. h. ich kann auch andere begeistern und sie verstehen mich. Die Frage, die mich besonders bewegt hat: Warum zweifeln wir nicht an Dingen wie z. B. Liebe, Hoffnung oder auch Angst? Die sind da, jeder kennt die Situationen und niemand stellt in Frage, dass es sie nicht gibt. Da haben wir keine Zweifel, dass es sie nicht gibt, aber wenn es um Gott geht, dann können sich viele Leute nicht vorstellen, dass es ihn gibt. Aber warum? Nur, weil wir ihn nicht sehen können? Und was ist der Unterschied zu den genannten Dingen Liebe, Hoffnung, Angst? Gibt es einen Unterschied? Was lässt immer mehr Menschen daran zweifeln? Ich freue mich, zu sehen, dass sich Firmlinge in der heutigen Zeit immer noch für die Firmung, also den Empfang des Heiligen Geistes entscheiden. Die Kirche war heute wieder sehr voll und das ist aus meiner Sicht nicht alltäglich und nicht in allen Kirchen üblich. In St. Franziskus ist die Kirche immer sehr gut gefüllt und jeder Gottesdienst ist etwas Besonderes. Am Schluss des Gottesdienstes wurde der Blasiussegen ausgeteilt, der speziell dazu ist, um vor Halskrankheiten zu schützen. Jedoch wurde der Segen bei uns verallgemeinert und der Satz lautete "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Kranheiten und allem Unheil. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist." Früher als Kind wurde mir erzählt, dass der heilige Blasius jemanden gerettet hatte, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Und diese Erzählungen gibt es, wie bei Wikipedia zu lesen ist, auch heute noch. Mehr zum Blasiussegen ist hier nachzulesen.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Drei Geschichten zum Nachdenken
Der Faden
Eines schönen Morgens glitt vom hohen Baum am festen Faden die Spinne herab. Unten im Gebüsch baute sie ihr Netz, das sie im Laufe des Tages immer großartiger entwickelte und mit dem sie reiche Beute fing. Als es Abend geworden war, lief sie ihr Netz noch einmal ab und fand es herrlich. Da entdeckte sie auch wieder den Faden nach oben, den sie über ihrer betriebsamen Geschäftigkeit ganz vergessen hatte. Doch verstand sie nicht mehr wozu er diene, hielt ihn für überflüssig und biss ihn kurzerhand ab. Sofort fiel das Netz über ihr zusammen, wickelte sich um sie wie ein nasser Lappen und erstickte sie.
Der Seiltänzer
In einer Stadt führte ein Seiltänzer in schwindelnder Höhe seine Künststücke vor. Zum Schluss die Hauptattraktion: er schiebt eine Schubkarre über das schwankende Seil. Als er sicher auf der anderen Seite angekommen ist, fragt er die Zuschauer, ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurückzuschieben. Die Menge klatscht begeistert Beifall. Dann fragte er einen einzelnen, der unten am Mast steht: "Trauen Sie mir auch zu, dass ich die Karre wieder zurückschiebe?" "Aber sicher" ruft der zurück und klatscht. "Dann," sagt der Seiltänzer, "dann kommen Sie herauf und steigen Sie ein, dann schiebe ich Sie herüber". Nein, so hatte er es nicht gemein. Er wollte doch Zuschauer bleiben.
Das Wasser
Die Fische eines Flusses sprachen zueinander: Es gibt Leute, die sagen, unser Leben hänge vom Wasser ab. Aber was ist Wasser? Wir haben niemals Wasser gesehen. Da sprachen einige, die klüger waren als die Anderen: Wir haben gehört, im Meer draußen lebe ein gelehrter Fisch, der alle Dinge weiß. Wir wollen zu ihm gehen und ihn bitten, uns das Wasser zu zeigen. Da machten sich einige auf und suchten das Meer. Sie fanden endlich auch den Fisch und erzählten ihm, dass sie das Wasser suchten. Der alte Fisch hörte sie an und sagte: "Wie soll ich Euch das Wasser zeigen? Ihr bewegt Euch darin. Aus dem Wasser kommt ihr, im Wasser endet Euer leben. Ihr lebt im Wasser und wisst es nicht. Alles, was Euch umgibt, ist Wasser." Wenn wir auf der Suche sind nach Gott, so hören wir: Alles ist Gott. Alles Leid ist Gott und alles Glück. Alles Schicksal ist Gott und alle Mühe, es zu bestehen, ist auch Gott. Nichts ist, das nicht in Gott wäre. Was auch könnte bestehen außer in Gott?
Sonntag, 1. Februar 2009
Heute war ich im Gottesdienst in St. Franziskus Leverkusen. Ich gehe jeden Sonntag dort zum Gottesdienst, aber heute war es etwas Besonderes. Es war wieder ein Familiengottesdienst zu Mariä Lichtmess Die Pastoralreferentin sagte ein paar einleitende Worte, worum es heute geht, und zwar um die Darstellung des Herrn. Früher war es so, dass der erstgeborene Sohn in den Tempel gebracht wurde und dem Herren geweiht wurde. Diesen Brauch haben auch Jesus´ Eltern gemacht und das Jesuskind zum Tempel gebracht. Es war sehr schön, als die Pastoralreferentin verschiedene Arten von Kerzen näher beschrieb. Sie sagte zunächst, dass man im Dunkeln Angst haben kann und dass dann schon ein kleines Licht in der Lage ist, unsere Angst beiseite zu schieben und uns Sicherheit zu geben. Kerzen machen das Leben und die Wohnungen heller und gemütlicher, besonders in der Weihnachts- und Adventszeit. Aber auch zu verschiedenen anderen Anlässen sind Kerzen ganz wichtig: Zunächst beschrieb sie die Taufkerze, mit der wir von Gott versprochen bekommen, dass er unser Leben lang bei uns ist und uns als Licht leuchtet. Dann die Kommunionkerze, mit der wir in die Gemeinschaft Jesu ganz aufgenommen werden und die wir auch nach unserer Erstkommunionsfeier zu verschiedenen Anlässen anzünden können, wenn wir es wichtig finden. Als nächstes dann die Hochzeitskerze als Zeichen, dass Gott immer bei uns ist in der Ehe und uns das Versprechen gibt, während der Ehe für uns da zu sein. Die Kerze sollte dann auch immer wieder angezündet werden, am Hochzeitstag oder zu anderen besonderen Anlässen. Dann wurden noch Kerzen vorgestellt, die an einem besonderen Ort gekauft werden oder etwas Besonderes für den Menschen bedeuten und die dann am Sterbebett angezündet werden (auf Wunsch des Sterbenden). Und zum guten Schluss gibt es noch die Kerze, die wir auf dem Grab eines verstorbenen Menschen anzünden. Diese Kerze zeigt, dass Jesus Christus auch nach dem Tod noch bei uns ist und die Kerze soll zeigen, dass das Leben bei Jesus Christus stärker ist als der Tod und die Kerze heller ist als der dunkle Tod. Nachdem die Kerzen gesegnet wurden, haben die Kommunionkinder, die Messdiener und anderen Kindern eine Prozession mit den gesegneten Kerzen durch die Kirche gemacht. Die Kinder haben die Kerzen dann einem Menschen gegeben, den sie nicht kennen. Das sollte ein Zeichen sein, dass das Licht Jesu zu dem Menschen in die Familie getragen werden soll. Ein sehr schönes Zeichen meiner Meinung nach. Die abschließenden Worten waren dann, dass mit der Weitergabe von Licht viele Menschen in Bewegung gekommen sind. Ich wünsche mir und Ihnen/ Euch allen, dass das Licht Gottes in unserem Leben Platz findet und uns den Weg leuchtet, den wir gehen möchten.
Samstag, 27. Dezember 2008
An diesem Sonntag wird das Fest der Heiligen Familie in der Kirche gefeiert. Damit gemeint sind natürlich Jesus, Maria und Josef. Obwohl in der Bibel das Zusammenleben immer friedlich beschrieben wird, gibt es natürlich auch andere Zeiten in unseren heutigen Familien. So etwas gehört immer zum Zusammenleben, ob Meinungsverschiedenheiten, Streit oder sogar soweit, dass die Familien auseinander gerissen werden. Daher ist es wichtig, dass wir Gottes Barmherzigkeit mit aufnehmen in unsere Familien und ein gewisses Verständnis füreinander aufbringen. Niemand ist vollkommen - daher ist es wichtig, auch Fehler zu akzeptieren, die unsere Mitmenschen machen. Verbunden mit der Akzeptanz sollte auch die Zeit sein, die wir jemandem geben, um sich zu ändern. Es bringt nichts, nachtragend zu sein und etwas immer wieder auf den Tisch zu bringen, was man vor Jahren oder sogar Jahrzehnten falsch gemacht hat. Stattdessen sollten wir nach vorne schauen und uns gegenseitig helfen, bestimmte Fehler zu vergessen bzw. besser zu machen. Fehler sind da, um gemacht zu werden und um daraus zu lernen. So ungefähr lauteten die Worte des Pfarrers in der Kirche heute. Es war eine sehr schöne Predigt und sie regte wirklich zum Nachdenken an. Leider kann ich es nicht so wortwörtlich wiedergeben, aber ich denke, die Botschaft kommt an. Mögen diese Worte bei allen wirken, die sich angesprochen fühlen. Wenn jeder sich nur einen Teil davon zu Herzen nimmt, dann gibt es sicherlich etwas mehr Frieden und Freude in unseren Familien. Mögen die Familien, die auseinander gerissen sind, wieder zusammen finden und möge jeder von uns etwas Verständnis aufbringen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
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